Der Luxus-Einzelhandel in Europa zeigt sich weiterhin widerstandsfähig. Trotz allgemeiner Herausforderungen im Retail-Sektor nahm die Zahl neuer Geschäfte im Jahr 2025 deutlich zu. Das geht aus dem aktuellen „European Luxury Retail Report“ der Immobilienberatung Cushman & Wakefield hervor.
Deutlich mehr Neueröffnungen
Insgesamt wurden 2025:
96 neue Luxusgeschäfte eröffnet
in 20 Top-Lagen
verteilt auf 16 Städte in 12 Ländern
Das entspricht einem Anstieg von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahlen zeigen klar: Physische Standorte bleiben für Luxusmarken strategisch zentral.
Flagship-Stores als Markenerlebnis
Laut Robert Travers entwickeln sich Geschäfte zunehmend zu mehr als reinen Verkaufsflächen. Sie fungieren als Erlebnisräume, in denen Marken ihre Identität, Handwerkskunst und Tradition inszenieren.
Der Trend geht zu:
größeren Flächen
mehrstöckigen Store-Konzepten
immersiven Markenerlebnissen
Damit wird der stationäre Handel gezielt als Bühne für Markenpositionierung genutzt.
Mode dominiert, Schmuck bleibt stabil
Innerhalb der Segmente zeigt sich ein gemischtes Bild:
Mode & Accessoires führen mit 48 neuen Stores (rund 50 % der Neueröffnungen)
Schmuck & Uhren bleiben stark mit 28 neuen Boutiquen und leichtem Umsatzwachstum
Bekleidung, Schuhe und Accessoires verzeichnen leichte Rückgänge
Für die kommenden Jahre erwarten Experten insbesondere im Bereich Beauty & Parfümerie weiteres Wachstum.
Knappheit bei Top-Lagen verschärft sich
Trotz der Expansion bleibt das Angebot an erstklassigen Einzelhandelsflächen äußerst begrenzt:
8 von 20 Luxusstraßen hatten 2025 keinerlei Leerstand (Vorjahr: 6)
Weitere 6 Lagen weisen eine Verfügbarkeit von unter 5 % auf
Diese Entwicklung erhöht den Wettbewerb um Premiumflächen und dürfte die Mietpreise weiter unter Druck setzen.
Fazit: Wachstum trotz Engpässen
Der europäische Luxusmarkt wächst weiter – getrieben durch starke Marken, steigende Nachfrage nach Erlebnisformaten und eine klare Fokussierung auf physische Präsenz. Gleichzeitig wird die Verfügbarkeit geeigneter Flächen zunehmend zum limitierenden Faktor.